Breaking Bad statt Assi-TV

Wer freut sich nicht auf einen gemütlichen Samstagabend mit einem Glas Rotwein bei einem tollen Film im Fernsehen. Alles vorbereitet, lässt einen das Fernsehprogramm im Stich. Kein Problem, dann schaue ich eben meine Lieblingsserie online auf Netflix weiter.

Für diejenigen, die Netflix nicht kennen: Netflix ist ein Unternehmen, das sich mit dem Verleih und der Produktion von Filmen und Serien übers Internet beschäftigt. Alle paar Monate werden neue Filme, Serien, Dokumentarfilme und vieles mehr von Netflix zur Verfügung gestellt. Die Abo-Kosten hängen davon ab, auf wie vielen Geräten man Netflix schauen möchte. Zur Auswahl stehen zum Beispiel der Computer, das Tablet, die Playstation, das Smartphone etc.

Da kommt mir eine interessante Frage in den Sinn. Gibt es heutzutage noch junge Leute, die ihre Smartphones oder Tablets zum Fernsehen brauchen? Meiner Meinung nach eher nicht. Ich denke, die Meisten nutzen auf ihren mobilen Geräten eher Social Networks, als dass sie Filme oder Serien schauen.

Wenn man sich jetzt einmal in das Leben vor 60 Jahren versetzt, also lange bevor ich zur Welt kam, da gab es wahrscheinlich nicht mehr als 10 Fernsehprogramme. Heute gibt es bereits hunderte von Programmen, und viele in einer verbesserten Bildqualität. Schnell verliert man da den Überblick und weiss nicht mehr was schauen. Wiederholungen, Assi-TV oder Dauerwerbesendungen soweit das Auge reicht. Jemand der zum Beispiel gerne Sport schaut, kann heutzutage diverse Sportsender aus den verschiedensten Ländern abonnieren, aber auch dort wird die Wahl zur Qual.

Früher zum Beispiel, als man Nachrichten schauen wollte, musste man immer pünktlich zur Sendezeit den Fernseher einschalten. Hat man den Zeitpunkt verpasst, gab es keine Möglichkeit, die Sendung noch einmal zu sehen. Heutzutage ist das anders. Es gibt das sogenannte Fernsehen «on demand» («auf Verlangen»), also zeitversetztes Fernsehen. Man kann jede Sendung ganz einfach aufnehmen und sie dann schauen, wenn man Lust und Zeit hat. Gutes Beispiel – Swisscom TV.

Wer von euch kennt noch die gemütlichen Samstagabende mit der Familie vorm Fernseher? Immer pünktlich um 20:15 Uhr mit der Familie vor dem Fernseher versammeln und gemeinsam «Wetten, dass..?» schauen. Das war in meiner Kindheit immer ein tolles Ereignis, auf das ich mich schon die ganze Woche freute. Wahrscheinlich gibt es heutzutage nur noch wenige Familien, die diese Tradition weiterführen. Die Kinder schauen sich lieber ihre Lieblingssendung alleine am eigenen Fernseher im Zimmer an, oder verbringen ihre Zeit isoliert an ihren Smartphones. Das finde ich sehr schade.

Ich persönlich nutze Netflix und für mich ist es eine gute Abwechslung zum heutigen Fernsehprogramm. Der einzige Nachteil daran ist, man muss zum Teil lange warten, bis eine neue Staffel der amerikanischen Lieblingsserie aufgeschaltet wird.  Vor allem, wenn sie vorab synchronisiert wird. Aber trotzdem gibt es viele Filme, die man sich gerne anschauen möchte. Auch nachts im Bett kann man sich gemütlich etwas auf dem Tablet oder Smartphone anschauen. Wobei das eine schlechte Angewohnheit ist, denn die Meisten bleiben so lange am Smartphone hängen, dass sie dann nicht mehr schlafen wollen oder können. Ich kenne das leider.

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie zukünftiges Fernsehen aussieht? Hierzu habe ich im  Feuilleton der NZZ einen interessanten Beitrag von Claudia Schwartz gefunden: «Simsalabim – auch morgen seht ihr fern».

Vielleicht konnte sich jemand in meinem Bericht wiederspiegeln. Erzählt mir doch einmal wie Eure Meinung zum Thema Fernsehkonsum heute ist, ich bin schon jetzt gespannt.

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1 Kommentar

  1. Frank Linnenbach

    Spannendes Thema, das Du da ansprichst. Die Art des Fernsehkonsums ändert sich zurzeit massiv, nicht nur bei den Jungen. Das spüren auch die Sender. Ich denke das zentrale Thema mit Netflix, Swisscom TV etc. ist das zeitversetzte «fern» Sehen. Dann schauen, wann ich Lust und Zeit habe und nicht von Fernsehprogramm-Zeiten abhängig sein. Auch die Möglichkeit dies auf allen Geräten zu können (Fernseher, Tablet, Smartphone, Smart Watch), egal ob zu Hause oder unterwegs. Das bringt dem Konsumenten sehr viel Flexibilität.

    Mit anderen Worten: «Der Fernseher kommt mit mir mit und nicht ich gehe zum Fernseher». Das ist eine ganz neue Situation, die gerade bei der jungen Generation sehr gut anzukommen scheint. Vielleicht wird es auch irgendwann den Begriff des «fern» Sehens nicht mehr geben, da es keine Fernseher (Geräte) im alten Sinn mehr geben wird. Die Fernseher sind bereits heute Informations- und Kommunikationszentren, siehe «Smart TV» und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Es bleibt also spannend, wohin sich das alles entwickeln wird.

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